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16. internationale
Starnberger Management-Tage
Ein kurzer Rückblick auf den
6. und 7. März 2023
Unternehmen souverän durch das turbulente Marktumfeld führen und veränderungsstark entwickeln
Wie viel Strategie rettet man rüber - oder wird jetzt sogar der Turbo gezündet?
  • Wie führt man in turbulenten Zeiten, ohne Vision und Strategie aus den Augen zu verlieren?

  • Wie sehen erfolgreiche Transformationen in turbulenten Zeiten aus?

  • Warum gewinnen manche Unternehmen auch in schwierigen Zeiten – und manche nicht?

  • Mit welchen Schlüsselthemen brechen wir jetzt in die Zukunft auf – was können wir von anderen lernen?

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Die wichtigsten Aussagen der Veranstaltung auf einen Blick …

Werner Seidenschwarz freute sich nach der coronabedingten Pause über die Vielzahl der auf den iSMT vertretenen B2B- und Technologieunternehmen, die eine Vorreiterrolle in ihrer jeweiligen Industrie einnehmen. Darüber hinaus hob er in seinem Startvortrag den äußerst positiven Unternehmenszweck hervor, den viele B2B-Unternehmen verfolgen und der gerade für die jüngeren Generationen – genauso wie ein gutes Miteinanderumgehen im täglichen Tun über alle Ebenen im Unternehmen hinweg – von besonders hoher Bedeutung ist.

Markus Asch machte in seinem Vortrag deutlich, dass auch die erfolgreichsten Unternehmen nicht gegen intern oder extern verursachte Schieflagen „immun“ sind und unterstrich in diesem Zusammenhang die hohe Relevanz von Innovation und Kundenzentrierung – sowohl im Ökosystem von Rittal als auch über andere Industrien und Industriezweige hinweg.

Thomas Bieringer lieferte einen spannenden Einblick in erste erfolgreiche Ansätze zur Heilung von Krankheiten wie Krebs, Parkinson und Diabetes. Darüber hinaus skizzierte er, wie man bei Bayer jetzt über das Industrialisieren von Gen- und Zelltherapie hinaus auch auf einen breiten Durchbruch in Richtung „Heilen statt Reparieren“ hinarbeitet.

Siegfried Russwurm schilderte in seiner Rede, dass der Einfluss der Politik auf Unternehmen zunimmt und nicht immer deren Leben einfacher macht. Zudem betonte er, dass Unternehmen in den Krisenzeiten resilienter wurden. Die Verbandsstrukturen in Deutschland, aber auch in anderen Ländern wie Frankreich, sind jedoch oft noch zu komplex und gewährleisten damit nicht genügend Spielraum für schnelles Handeln im Bezug auf politische Entwicklungen nationaler oder internationaler Natur.

Volker Wissing vertrat als liberaler Vorkämpfer für selbstverantwortliches Handeln das Credo „Freiheit brauch Verbündete“ und lieferte in bester Stimmung nicht nur interessante Einblicke in sein Amt als Bundesminister für Digitales und Verkehr, sondern zeigte sich auch von seiner privaten Seite als langjähriger Kirchenorganist mit breitem Bach-Repertoire und als verantwortlicher Familienvater mit Regierungsverantwortung in Krisenzeiten.

Birgit Keil zog die Abendrunde ab der ersten Minute mit ihrem Charme und ihrer Eloquenz in ihren Bann. Sie nahm das Publikum mit auf die Reise ihres Lebens: von der Flucht aus dem Sudetendeutschen Land bis hin zu den Auftritten als Weltstar auf den renommiertesten internationalen Bühnen.

Michael Köllner zeigte die Facetten in der Entwicklung von Nachwuchs-Fußballspielern im Profibereich auf – vom Einfluss der Spielerberater und Spielerfrauen bis hin zum Umgehen mit dem Erfolgsdruck in der Öffentlichkeit. Darüber hinaus skizzierte er, wie man Traditionsvereine „bändigt“ und erfahrene und junge Spieler zu erfolgreichen Teams formt.

 

Uwe Häberer versprühte in seinem Vortrag pure Vertriebsenergie im Saal und zeigte auf, dass es die Rolle und das Standing des Vertriebs gerade in technologieorientierten B2B-Unternehmen massiv zu stärken gilt – insbesondere in Zeiten sich rapide verändernder Kundenwelten.

Jens Stadter ging in seinem Schlussvortrag unter anderem darauf ein, wie man mit geschlossenen Kreisläufen Ökologie und Ökonomie zum Wohle der Allgemeinheit verknüpfen kann und illustrierte die gelebte Nachhaltigkeitsstrategie der Firma Jokey u.a. anhand einer umfassenden Transformationskooperation mit dem WWF.

Nikolai Zaepernick von der EOS aus Krailling illustrierte die gelebte Diversität in einem Unternehmen, in deren Geschäftsführung drei Frauen in Kernfunktionen vertreten sind. Er unterstrich zudem die Nachhaltigkeitswirkung des 3D-Druck auf dem Weg hin zur „Sustainable Production“ der Zukunft.

Wofür ist der Kunde bereit zu bezahlen.tif

Markus Asch, CEO von Rittal International und Rittal Software Systems, dem weltweit führenden Systemanbieter für Schaltschränke, Stromverteilung, IT-Infrastruktur, Klimatisierung sowie dazugehörende Software und Services, vermittelte dem Publikum, wie man sich von einem ursprünglich stark auf die Automobilindustrie fokussierten Schaltschrankbauer in Zukunftsbranchen wie die Energiewirtschaft und die Informationstechnologie hineinentwickeln konnte: mit einem klaren Fokus auf Innovation und Kundenzentriertheit.

Doch wie gelingt es Unternehmen in turbulenten Märkten zu überleben, Marktführer zu werden, Marktführer zu bleiben, Märkte zu entwickeln oder im besten Falle sogar langfristig zu dominieren?

Fest steht, dass eine solche Reise mit großen Herausforderungen für Unternehmen einhergeht. Im Falle von Rittal betrifft dies bspw. das Handling von 18 Terabyte täglich produzierter Daten in Haiger, einer der modernsten Fabriken der Welt, der Verfügbarkeit von Energie bei der Aussteuerung von Lastspitzen in der Produktion bis hin zum Umgang mit dem Wettbewerb und den wichtigen Märkten in China, Indien sowie den USA.

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Ein zentraler Hebel liegt aus Sicht von Herrn Asch vor allem darin, ein umfassendes Verständnis über den Kunden zu erlangen und diesen in seinen Applikationen und seiner Tiefe zu begreifen.

Es geht darum, Ökosysteme zu erkennen und sich mit dem Kunden zu „verhaken“, ein elementarer Bestandteil seines Systems und seiner Prozesse zu werden – anstatt sich darauf zu konzentrieren, ein oder mehrere voneinander isolierte Probleme zu lösen. Es geht darum Funktionen zu schaffen, die für den Kunden relevant sind und oftmals weit über die ursprüngliche Anwendung hinausgehen.

Das führt so weit, dass Rittal in einem Fjord in Norwegen heute sogar ein klimaneutrales Rechenzentrum der Superlative für Kunden anbietet. Darin werden zu 100% erneuerbare Energien genutzt. Die Kühlung geschieht durch Meerwasser aus dem anliegenden Fjord.

Die nächsten Schritte von Rittal sind somit klar fassbar: das nächste Level im Ökosystem ist immer eine Kombination aus Hardware und Software und wird stets darauf ausgelegt sein, die Schnelligkeit, Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit der Kunden von Rittal zu steigern.

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Im anschließenden Beitrag von Thomas Bieringer wurde abermals deutlich, warum Werner Seidenschwarz den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beitrag sowie die Bedeutung von B2B- und Technologieunternehmen gerade in der aktuellen Zeitenwende so positiv hervorhebt.

Denn Thomas Bieringer von Bayer Pharmaceuticals – ein Unternehmen, dessen Produkte weltweit mehr als 1 Mrd. Menschen erreichen – legte mit dem außergewöhnlich positiven Unternehmenszweck „Health for all, hunger for none“ direkt nach und nahm die Teilnehmer mit auf eine spannende Reise in die Zukunft der Gesundheitsversorgung.

Er verdeutlichte erste Erfolge, wie man Krankheiten wie Krebs, Parkinson und Diabetes nun zum ersten Mal heilen kann. Und er skizzierte vor allem, wie man jetzt über das Industrialisieren von Gen- und Zelltherapie auch auf einen breiten Durchbruch in Richtung „Heilen statt Reparieren“ hinarbeitet.

Ein Szenario, welches nicht nur fundamentale Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung der Zukunft haben wird, sondern auch die gesamte Pharmaindustrie vor massive Veränderungen stellen wird – und nicht wenige Forscher und Start-up-Gründer über Nacht zum Milliardär werden lässt.

Getrieben aus Nordamerika und basierend auf hochkomplexen Verfahren, in denen die einmalige Sequenzierung des menschlichen Genoms um die Jahrtausendwende noch 13 Jahre dauerte und 3 Mrd. € Kosten verursachte, ist dies heute für 1000 € innerhalb von einer Stunde möglich.

Die Technologie ist mittlerweile derart weit fortgeschritten, dass Zellabläufe so genau verstanden werden, dass sie programmiert werden und bspw. im Rahmen der Zelltherapie kranke durch gesunde Zellen ersetzt werden können. Nichtsdestotrotz können heute von ca. 6000 genetischen Krankheiten nur 5% behandelt werden. Darüber hinaus ist (noch) nicht sichergestellt, dass das Immunsystem ersetzte Zellen auch annimmt.

Die weiteren Schritte zielen demnach darauf ab, die vorhanden Werkzeuge von der Genschere bis hin zu komplexen Big Data-Analysen so zu orchestrieren, dass Betroffene auch in der Breite in eine gesunde Zukunft geführt werden können – motivierender geht es kaum.

 

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Siegfried Russwurm, aktuell sicherlich „der“ Meinungsbildner der deutschen Wirtschaft, reflektierte, wie viel Einfluss die Politik auf die Unternehmen hat – und umgekehrt, wie viel Einfluss Unternehmen auf die Politik haben.

In seiner Rolle als Aufsichtsrat, Investor sowie den zahlreichen führenden Positionen in der deutschen Wirtschaft, nahm er verschiedene Blickwinkel ein. Auch wenn er bei den 16. iSMT nicht als Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) sprach, dem Dachverband von 35 Branchenverbänden, so zahlten sicherlich auch diese Erfahrungen auf seinen Beitrag mit ein. Vier Handlungsfelder hob er dabei besonders hervor:

  • Dekarbonisierung („da müssen wir viele Partner und Länder mitnehmen“ und „wir brauchen wasserstoffbetriebene Gasanlagen, weil es manchmal halt auch Nacht ist und kein Wind weht“),

  • Digitalisierung („der Enabler modernen Wirtschaftens – auch in Ämtern!, privat arbeiten diese Staatsbediensteten übrigens so digital wie wir alle …“),

  • Demographie („seit 70 Jahren kann man ablesen, dass wir weniger werden …“) und

  • Diversifizierung globaler Wirtschaftsbeziehungen: „Mache ich grüne Technologie billiger als in den USA oder mache ich braune Technologie teurer als in Deutschland? – Was motiviert mehr?“

 

Sichtlich berührt war Werner Seidenschwarz zum Abschluss des Vortrages von Siegfried Russwurm – denn mit einem gewissen coronabedingten Toleranzbereich verwies dieser auf mehrere Jubiläen, die es dieser Tage zu feiern gibt: 10 Jahre Leading Sales, 20 Jahre Seidenschwarz & Comp. sowie die vor 30 Jahren weltweit erste Monographie zum Target Costing von Werner Seidenschwarz.

Zudem hielt Siegfried Russwurm über Werner Seidenschwarz fest: „Die Menschen kennen Dich aus unterschiedlichen Perspektiven. Auch wir kennen uns jetzt seit gut 20 Jahren, Du in der Rolle als Berater, als Freund, als Kollege, mit dem man zusammen Bücher schreiben kann, als Chef Deiner Mitarbeiter, als Familienmensch. In Starnberg geboren, in Possenhofen aufgewachsen, in der Welt zu Hause. Herzlichen Dank dafür, was wir mit Dir erreichen, aber auch erleben durften. Und ein ganz herzliches Ad Multos Annos.“

 

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„Mit viel fachlicher Substanz und Respekt“, das war auch das Credo von Werner Seidenschwarz in seinen Beiträgen: „Ich möchte die Verantwortung für Unternehmen und Führungskräfte nicht zu groß ziehen. Aber eines, das möchte ich schon einbringen: dass man in den Unternehmen nicht nur auf Leistung setzt, sondern dass es auch eine Selbstverständlichkeit sein sollte, gut miteinander umzugehen.“ Das hat jeder in seiner eigenen Hand.

 

Es war sehr, sehr positiv, wie schnell es vielen – vielleicht sogar den meisten – Unternehmen gelang, sich auf die großen Herausforderungen der Corona-Jahre einzustellen. Der Umgang mit Lieferengpässen, Insolvenzen von Lieferanten, die Energiekrise, Rohstoffverknappung, Produktionsverlagerungen, Preissteigerungen sowie eine zeitweise „Anarchie“ bei Rahmenverträgen. Einige der Themen werden sich nach und nach auflösen, einige haben Klumpen-charakter, wie die vorher angesprochenen Kollateralwirkungen aus dem Ukraine-Krieg.

Aber umgekehrt wird es jede Menge Reformen, Veränderungen und fundamentale Weiterentwicklungen geben. Wahrscheinlich mehr als je zuvor. Die beste Zeit für große Sprünge nach vorne. Erstmal gibt es jede Menge neuer und

weiter entwickelter Geschäftsmodelle. Und jede Menge positive Entwicklungen wie bei den Beiträgen von Rittal, Bayer, Jokey und der EOS. Und das alles sind nur wenige Beispiele aus den Umbrüchen und wegweisenden Entwicklungen, die wir gerade im Energiesektor, in der künstlichen Intelligenz, bei der Automatisierung und Digitalisierung sowie in vielen anderen Branchen und Bereichen sehen.

Die begleitenden Veränderungsprozesse sind weitreichend und schon gar keine Selbstläufer. Sie haben positiven und prägenden Charakter. Begleitend hob Werner Seidenschwarz drei Themen hervor:

  • Der Vertrieb in B2B-Unternehmen wird als Omnichannel nicht nur wichtiger, sondern jeden Tag vielfältiger und interessanter.

  • Im „Generationengeplänkel“ gilt: „Man ist nie zu jung, um Verantwortung zu übernehmen. Man ist nie zu alt, um weiter zu lernen.“

  • Bei der Strategieimplementierung hat die Seidenschwarz & Comp. ein Umsetzungstempo mit ihren Partnern erreicht, das in einem hart umkämpften Markt Maßstäbe setzt: Vertriebsrestrukturierung in einem Unternehmen über 45 Länder in 4,5 Monaten.

Es gibt zwei Arten von Unternehmen, wie man sie aus Performance-Gesichtspunkten betrachten kann. Man kann eine gute Performance haben, indem man sich ausschließlich darauf konzentriert. Und es gibt Unternehmen, die sehr leistungsorientiert sind, aber dabei immer auch auf ein gutes Miteinanderumgehen und gegenseitigen Respekt achten.

In ersteren Unternehmen dominieren Hierarchie, Organisation, Controlling, Druck und Macht. In solchen Unternehmen folgt auf eine Ergebniskrise nicht selten eine Niveaukrise. Bei den anderen Unternehmen setzt man darauf, andere zu ermutigen, positive Energie zu versprühen, seine Direct Reports darin zu unterstützen, dass sie ihren Job besser machen können. Solche Unternehmen gehen nicht nur bei der Performanceerreichung die letzte Meile, sondern auch beim guten Miteinanderumgehen.

Der Veranstalter der iSMT, die Seidenschwarz & Comp. sowie die Partnerfirma Leading Sales, bekennen sich mit ihrer Arbeit in den Führungskräftekreisen, in der Community und in der Projektarbeit eindeutig zu dieser Art von Unternehmen. Und es ist eine große Freude, mit vielen solchen Unternehmen nun über viele Jahre hinweg zusammenarbeiten zu dürfen. Eines dieser Unternehmen ist Würth, welches zu 100% für das gerade Gesagte steht.

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Und mit Bernd Herrmann gibt es eine Person aus der Konzernleitung, die dafür verantwortlich zeichnet, dass viele der zuvor genannten Werte Eingang in die Seidenschwarz Leading Sales-Community gefunden haben. Er ist jemand, der weiß, dass Vertrieb einfach sein muss. Vertrieb ist die Perfektion des Banalen. Dieser Satz stammt von ihm und ist einer der zentralen Leitsätze unserer Community. Er ist jemand, der, weil er gelernter Informatiker ist, darüber hinaus den Wert des Digitalisierens und der Automatisierung für den Vertrieb kennt und dafür auch in seinem Unternehmen prägenden Charakter besitzt.

Bernd Herrmann ist die erste Person, die bei den 16. iSMT für die höchste Auszeichnung in der Leading Sales-Community nominiert wurde. Ein feierlicher Festakt wird folgen.

Für eine außergewöhnliche Persönlichkeit aus dem Hause Würth, aus unserer Leading Sales-Community, die jeden Tag einen wertvollen Beitrag dazu leistet, dass andere sich entwickeln können.

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Bundesminister Volker Wissing kam direkt vom Regierungsgipfel in Meseberg zum 45-minütigen intensiven Abendgespräch. Er war mit seinen aktuellen Themen in den zwei Wochen vor der Veranstaltung als Digital- und Verkehrs-minister in nahezu jeder Nachrichtensendung. Hier am Starnberger See zeigte er sich aber auch von seiner privaten Seite: als langjähriger Kirchenorganist mit breitem Bach-Repertoire und als verantwortlicher Familienvater mit Regierungsverantwortung in Krisenzeiten.

 „Freiheit braucht Verbündete“ war sein Credo als liberaler Vorkämpfer für selbstverantwortliches Handeln. Für die Diskussion der Sachthemen Einwanderungsgesetz, Digitalisierung, Verkehr und Ladeinfrastruktur blieb Volker Wissing nach seinem Gespräch mit Werner Seidenschwarz deutlich länger als geplant.

Er hatte aber auch viel zu sagen. Und die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit auch vor und nach dem Abendgespräch mit Werner Seidenschwarz, mit ihm die angesprochenen Themen in aller Tiefe zu diskutieren.

Als Bundesminister für Digitales und Verkehr ist das Infrastrukturministerium ja schon eine Herkulesaufgabe an sich mit den Themen Automobil, Bahn, Digitalisierung und vielem mehr. Und als Erfinder des 9 €-Tickets zog Volker Wissing zusätzlich viel Aufmerksamkeit auf sich.

Aber trotzdem nahmen sich Werner Seidenschwarz und Volker Wissing auch die Zeit, auf andere Themen einzugehen: Auf die Situation, dass nach 10 Wochen Regierungsverantwortung man mit seinem Ministeramt direkt in eine Kriegs- und Krisensituation hineinkommt. Wie geht man damit nicht nur als Minister, sondern auch als Familienvater um? Was sagen da die Familie, die Tochter dazu, dass man eventuell mit über Eskalationsstrategien im Zusammenspiel mit der NATO mit entscheidet?

Und schlussendlich diskutierten die beiden noch darüber, wie man in einer Gesellschaft, die immer gleich nach Subventionen und Hilfen ruft, wieder die Selbstverantwortung des Menschen stärken kann. Der aktive Mensch wird immer an der Chance arbeiten, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Da wurde die Diskussion intensiv.

Und da fühlte sich Volker Wissing gut aufgehoben in einer Atmosphäre, für die die Veranstaltung in der Zwischenzeit über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden ist.

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Dazu leistete nicht zuletzt auch Birgit Keil, die 78-jährige Grand Dame und größte deutsche Ballett-Primaballerina im Abendgespräch ihren Beitrag. Sie nahm das Publikum mit ihrem Charme von der ersten bis zur letzten Sekunde ein. Ursprünglich mit ihrer Familie aus dem Sudetendeutschen Land geflohen, wurde sie zu einem weltweit bewunderten Superstar mit einmaliger Ausstrahlung und einem Leben lang außergewöhnlicher Disziplin.

Dass das herausforderndste Publikum der Welt ihrer Meinung nach am Bolschoi-Theater in Moskau saß, war, angesichts der aktuellen politischen Lage, ein fast schon trauriger Seitenaspekt des Gesprächs. Aber dass nicht Rudolf Nurejew ihr bester Tanzpartner war, sondern ihr ursprünglich aus Tschechien stammender Ehemann, Vladimir Klos, mündete in einem sehr rührenden Magic Moment: „Wir waren ein Traumpaar. Wir sind ein Traumpaar.“

Zu Tanzpartnern muss man im Ballett ein ganz großes Vertrauen haben. „Da muss man die Augen zumachen können und alles muss klappen.“

Dass Birgit Keil eine außergewöhnliche Künstlerin und ein außergewöhnlicher Mensch ist, unterstrich Klaus Göldenbot, den Werner Seidenschwarz mit zum Gespräch nahm. Klaus Göldenbot, ein ebenfalls herausragender Manager mit allergrößtem Erfolg bei Unternehmen wie Würth, RS Components oder Nisbets, hat zirka 1.000 Ballettaufführungen von Birgit Keil besucht. Und er hat sein Leben lang nicht nur das Stuttgarter und Londoner Ballett erfolgreich unterstützt, sondern auch das älteste Theater Großbritanniens in Bristol durch die Coronakrise begleitet und es erfolgreich in die digitalen Zeiten überführt.

Er verglich Birgit Keil: „Was Matisse unter Malern und Audrey Hepburn unter Schauspielern war, ist Birgit Keil im Ballett. Ein engelhaftes Wesen, grazil und elegant.“

Und Ballett gilt nicht umsonst als die schwierigste und anspruchsvollste unter den Kunstformen. Es erfordert nicht nur eine außergewöhnliche Disziplin im Training und einer Körperlichkeit und Beweglichkeit. Es bedarf auch einer besonderen Musikalität. Und bei den Besten der Besten eines Ausdrucks und eines Charismas, welches das Publikum während der Aufführungen ansteckt. Da half natürlich ein besonderes Talent, weshalb Birgit Keil, als sie als junges Mädchen beim Württembergischen Staatstheater ankam, wegen ihrer Beweglichkeit den Spitznamen „Taschenmesserchen“ bekam.

Und das, obwohl die Geschichte auch ganz anders hätte enden können, weil sie als junges Mädchen eher „gebrechlich“ und „kränkelnd“ war. Doch damit begann dann auch die Wende zum Guten, meinte die Mutter doch, wenn sie sich der Krankengymnastik widmen sollte, dann könnte sie doch auch gleich zum Ballett wechseln. Dann schlüge man mehrere Fliegen mit einer Klappe. Und das passierte dann auch.

Heute noch widmet Birgit Keil deshalb viel Zeit der Ausbildung junger Menschen, auch in ihrer Stiftung. Die Starnberger Management-Tage leisteten dazu natürlich ihren Beitrag.

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Den mit Abstand schwierigsten Part hatte Michael Köllner, ehemaliger Profitrainer des 1. FC Nürnberg, des TSV 1860 München, für die Jugendmannschaften des DFB sowie jetzt beim FC Ingolstadt für das Profi-Fußballteam verantwortlich.

Der Plan von Werner Seidenschwarz war ein anderer: Dass nach dem Gespräch alle mit Michael Köllner und seinen Münchner Löwen zittern, dass 1860 endlich wieder in die 2. Liga aufsteigt. Und dann wurde er nach 3 ½ Jahren in München kurz von dem Event aus der Verantwortung gezogen. „Aber so läuft das Spiel.“ Und vielleicht wurde gerade deshalb der dritte Abendbeitrag besonders gelöst, ungezwungen und mit viel Lachen hinterlegt.

Michael Köllner entführte die Gäste mit seinen Geschichten in den Profifußball und in die  Bereiche dahinter. Und er tat das in der gleichen sympathischen Art und Weise, wie er auch große Stadien für seine Mannschaft und sich gewinnt. Nicht umsonst besitzt er ein außerordentliches Talent, in schwierigen Umfeldern großer Traditionsvereine Ruhe reinzubringen, mit einer komplexen Presselandschaft exzellent umgehen zu können und erfahrene und junge Spieler zu einem funktionierenden Team zu formen.

Dass gut „predigen“ können dabei eine gewisse Bedeutung besitzt, spielte bei Michael Köllner tatsächlich auch schon mal eine Rolle: Er wollte durchaus mal Pfarrer werden. Doch wie so oft stand bei der katholischen Kirche das Zölibat im Weg. Und Freiheit war für Michael Köllner schon immer einer der wichtigsten Punkte im Leben.

Vielleicht genießt er bei seinen früheren Spielern und seinen aktuellen Teams deshalb auch so eine außerordentliche Beliebtheit – und besitzt bei vielen jungen Spielern bei Ihrer persönlichen Entwicklung mehr Vertrauen als andere.

Neben vielen Fragen konnten sich Michael Köllner und Werner Seidenschwarz deshalb auch über so sensible Fragen unterhalten, welchen Einfluss das direkte Umfeld auf junge Spielerinnen und Spieler hat. Dabei wurde nichts ausgespart. Auch nicht die Rolle der Partnerin oder des Partners. Denn auch wenn nicht gerne darüber gesprochen wird: eine nicht so gute Partnerschaft privat besitzt auch deutlichen Einfluss auf das souveräne Agieren im beruflichen Umfeld. Ob man es gerne hören mag oder nicht.

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Am zweiten Veranstaltungstag schilderte Uwe Häberer, Global Head of Sales and Marketing bei Siemens Smart Infrastructure Building Products sowie aktiver Beirat bei Leading Sales, wie es gelingen kann, dem Vertrieb in klassischen technologiegeführten B2B-Unternehmen mehr Akzeptanz und Anerkennung zu verleihen. Seine pure Vertriebsenergie und Leidenschaft für die Sache war dabei in jeder Sekunde für den gespannt zuhörenden Teilnehmerkreis spürbar.

Da zudem schätzungsweise 35% der Gebäude in Europa älter als 50 Jahre alt sind und rund 40% der Energie in Gebäuden verbraucht wird, fiel es ihm nicht schwer, die hohe Bedeutung des eigenen Geschäfts rund um die Themen Gebäudetechnik, Gebäudesicherheit, Gebäudeautomatisierung und Nachhaltigkeit zu unterstreichen und gleichzeitig zu zeigen, wie sich seine Einheit Siemens SI BP für diese durchaus komplexe Vertriebsaufgabe aufstellt.

Voraussetzung für einen nachhaltigen Erfolg der Vertriebsaktivitäten ist dabei stets ein sauber aufgesetzter Blueprint, den Uwe Häberer zusammen mit dem Team von Seidenschwarz während Covid-19 auf rein digitalem Wege in 4,5 Monaten in 45 Ländern implementierte. So war es unter anderem durch ein fein abgestimmtes Betreuungskonzept aus Inside Sales, Territory Sales und Account Sales möglich, einen früher stagnierenden Kunden in lediglich 2,5 Jahren von 50.000 € auf 1.8 Mio. € Jahresumsatz zu entwickeln und dabei stets den „richtigen Absprung“ bei der Kundenübergabe zu schaffen.

Um also auch in Zukunft die ambitionierten Umsatz- und Wachstumsziele zu erreichen und die Marktpositionierung zu stärken, braucht es eine effektive und effiziente Steuerung der Aktivitäten im Vertrieb mit klaren „Objectives“ sowie einer ausgeprägten Change-Bereitschaft.

Gefragt sind nicht nur starke Schlüsselspieler in der Vertriebsführung, sondern auch Frontline Sales Manager, die die Vertriebsmannschaft anleiten, motivieren und die Freude am Vertrieb tagtäglich in die Organisation tragen.

Denn eines steht fest: der vielerorts fest verankerte Gedanke „der Kunde findet uns schon“, wird in Zukunft und insbesondere auch im Hinblick auf die Kommoditisierung von Hardware und Software kein stabiles Standbein mehr für die vielen historisch bedingt mehr technologie- als marktorientierten Hidden Champions und B2B-Unternehmen darstellen.

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„Gelebte Diversität ist eine Reise mit Beteiligten aus allen Generationen mit viel fachlicher Substanz und gutem Miteinanderumgehen.“ So eröffnete Werner Seidenschwarz den Beitrag von Nikolai Zaepernick, langjähriger und erfahrener Geschäftsführer der EOS, Krailling.

Für die EOS genügt es deshalb seit einigen Jahren nicht mehr, „nur“ bei umfassenden Weiterentwicklungen in der Technologie der additiven Fertigung ganz vorne zu sein, sondern sich auch bei der einer modernen, diversen und nachhaltigen Unternehmensführung einen Spitzenplatz zu erarbeiten – und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern im gelebten Unternehmensalltag.

Angeführt wird das Unternehmen von einer Geschäftsführung, die aus drei Frauen (der 38-jährigen CEO Marie Langer, gelernte Psychologin, einer spanischen Chief Sales Officerin und einer iranisch-stämmigen Chief Change Managerin) sowie zwei Männern besteht. Alle sind unterschiedliche Persönlichkeiten mit unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Historie und unterschiedlichem fachlichen Hintergrund.

Wie Diversität im Alltag gelebt wird, beantwortete Niko Zaepernick, einer der Geschäftsführer: „Es ist tatsächlich eine Reise. Aber wenn man jemand rekrutiert, stellen wir beispielsweise. sicher, dass man fünf Bewerber hat, die divers sind. Keine Quoten. Am Ende muss die- oder derjenige den Job bekommen, die oder der das am besten kann.“

Zum Feedback aus dem EOS-Team zog Niko Zaepernick spontan den „Publikumsjoker“ Vanessa Seidenschwarz, Produktmanagerin Polymer bei der EOS, Krailling: Es ist völlig faszinierend, wie vor drei Jahren durch den Generationenwechsel mehr Fokus auf das 'Warum' und auf das 'Wie leben wir eigentlich zusammen in diesem Unternehmen?'  gelegt wurde.“

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Ein anderes Beispiel für das zeitgemäße und zukunftsorientierte Führen von Unternehmen im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie verkörperte Jens Stadter, CEO von Jokey, einem Weltmarkführer für innovative Verpackungslösungen.

Während die Auswirkungen des weltweiten (Über-)Konsums auf Umwelt, Klima und Ressourcen zunehmend spürbar sind und eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums die Kosten des Klimawandels bis 2050 alleine in Deutschland auf bis zu 900 Milliarden € beziffert, rückt neben der „License to Operate“ auch die Verantwortung von Unternehmern und Unternehmen verstärkt in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Gleichzeitig wachsen die regulatorischen Anforderungen und Dokumentationspflichten rund um das Thema Nachhaltigkeit und den European Green Deal.

Wenngleich Europa hier noch einem Flickenteppich gleicht, gilt es die Weichen frühzeitig zu stellen und alle Stakeholder für eine sowohl unternehmerisch als auch gesellschaftlich attraktive Zukunftsmission an Bord zu holen. Im Falle von Jokey gewann das Managementteam rund um Jens Stadter in der Corona-Zeit den WWF für eine umfassende strategische Transformationspartnerschaft, um sich den Themen Nachhaltigkeit, Reporting, Zirkularität und Klimaneutralität glaubwürdig in vollem Umfang anzunehmen.

Darüber hinaus arbeitet man bei Jokey schon beim Designprozess sehr intensiv daran, eine hohe Recyclingfähigkeit der Produkte zu ermöglichen und die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Bspw. konnte das Gewicht eines Farbeimers seit 1990 bereits um 40% reduziert werden. Dies wiederum hilft Unternehmen wie Knauf dabei, jährlich bis zu 120 Tonnen CO2 einzusparen und die CO2-Bilanz der gesamten Wertschöpfungskette massiv zu verbessern.

Gleichzeitig wird bei Jokey ausgehend vom Basisjahr 2021 auf Hochtouren daran gearbeitet, den eigenen CO2-Austoß im Zuge der Eco-Strategie von 700 Tonnen pro Jahr über alle Produktionsstandorte hinweg bis 2031 um 42% zu reduzieren – unabhängig von den definierten Wachstums- und Umsatzzielen. Und auch im Mehrwegbereich wird mit Beteiligungen an innovativen Startups und dem Launch der Marke KeepIn ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Umwelt- und Ressourcenschonung gegangen – ein Vorzeigebeispiel für die Implementierung einer ambitionierten Nachhaltigkeitsstrategie!

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Auf dass die Teilnehmer auch dieses Jahr wieder drei gute Ideen von der Veranstaltung mit nach Hause nehmen konnten, die sie auch direkt in die Umsetzung bringen können!

Kurz nach der Veranstaltung gab es das erste Feedback unserer Teilnehmer:

„Die internationalen Starnberger Management-Tage haben mir sehr gut gefallen. Die Vorträge kamen aus der Praxis mit aktuellen Themen und auf einer guten „Flughöhe“. Auch die Diskussionen im Anschluss an einen Vortrag waren sehr wertvoll. Die Location am See war sehr schön und hat in den Pausen im Freien zu sehr netten Gesprächen animiert.“

Auch für uns als branchenfremdes Bankinstitut waren es wirklich spannende und interessante Vorträge von nationalen & internationalen Top-Unternehmen. Ich persönlich konnte mir einige hilfreiche Impulse auch für unsere Geschäftstätigkeit mitnehmen und war vom Ambiente und den vielen tollen Gesprächen mit Teilnehmern begeistert!

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